WDR Recherchen: Massive Sicherheitslücken bei Passagierkontrollen am Flughafen Köln/Bonn


08 Jul 2016 [19:42h]


WDR Recherchen: Massive Sicherheitslücken bei Passagierkontrollen am Flughafen Köln/Bonn

Foto: Carstino Delmonte

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Die Personenkontrolleure am Flughafen Köln/Bonn sind nicht ausreichend geschult, um Bomben und Sprengstoff im Gepäck zu erkennen. Das geht aus einem internen Dokument des Sicherheitsunternehmens Kötter Security hervor, das dem WDR vorliegt.
Köln – Nach den Recherchen des WDR könne nicht einmal die Hälft der Mitarbeiter moderne Zünder oder Sprengstoffe auf den Bildschirmen der Überwachungsgeräte zuverlässig erkennen. Grund: Die Mitarbeiter werden mit einem veralteten Computerprogramm ausgebildet, das seit mehr als sechs Jahren nicht mehr aktualisiert wurde. In dem internen Schreiben gibt das Sicherheitsunternehmen der Bundespolizei die Schuld an den Sicherheitslücken. Denn sie verlange die Ausbildung des Sicherheitspersonals mit diesem unzureichenden Programm. Bei einer Überprüfung durch die EU waren bereits im Februar Mitarbeiter in der Passagierkontrolle durchgefallen.

Nach Angaben der Bundespolizei ist das Bundesinnenministerium dafür verantwortlich, neue Ausbildungssoftware zu beschaffen. Fragen zu des WDR zu diesem Thema hat das Ministerium bisher nicht beantwortet. Die veraltete Ausbildungssoftware für die Sicherheitskräfte wird an allen Flughäfen eingesetzt, also auch in Düsseldorf. In Köln ist die Lage offenbar deshalb besonders angespannt, weil zusätzlich akuter Personalmangel beim zuständigen Sicherheitsdienst herrscht.

Aus Dienstplänen, die dem WDR vorliegen, geht hervor, dass besonders in den Hauptverkehrszeiten am Flughafen Köln/Bonn deutlich weniger Sicherheitskräfte zur Verfügung stehen als es die Pläne der Bundespolizei vorsehen. So hat Kötter Security laut Dienstplan beispielsweise am 14. Juni nur 91 Mitarbeiter in der Passagierkontrolle eingesetzt, die Bundespolizei hatte 160 angefordert. Der Personalmangel führe dazu, dass Mitarbeiter nach eigenen Angaben ohne Pausen bis zu sechs Stunden durcharbeiten müssen. Das führe zu erheblichen Konzentrationsmängeln, so dass die Mitarbeiter auch einfach zu erkennende Bombenbauteile übersehen.

Kötter Security hat abgestritten, dass es wegen Personalmangels Probleme am Flughafen Köln/Bonn gibt.

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